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Eriks Leben

Erik


Wo Worte fehlen, das Unbeschreibliche zu beschreiben,
wo die Augen versagen, das Unabwendbare zu seh’n,
wo die Hände das Unbegreifliche nicht fassen können,
bleibt die Gewissheit,
dass du in unseren Herzen weiterleben wirst.


(Verfasser unbekannt)



E r i k


* 30. März 1990 V 24. August 2008



Dein Leben

Mein über alles geliebter Sohn,
du wurdest am 30.03.1990, um 6.10 Uhr, geboren und am 24.08.2008, um 9.00 Uhr, bei einem Verkehrsunfall jäh aus dem Leben gerissen.

Ein 18-jähriges Leben wurde beendet, noch ehe es richtig beginnen konnte.

Lieber Erik,
ich verstehe es nicht und werde es sicherlich nie verstehen, dass du von uns gehen musstest. Du warst ein so lieber Junge. Im Kleinkind- und Kindesalter warst du ein richtiger Sonnenschein. Mit weiß-blonden Locken und von langen Wimpern umrahmten blau-grauen Augen himmeltest du deine Umwelt an. Deine Plapperschnute wollte nicht stille stehen, du warst wissbegierig und teilweise recht altklug. Eine Portion Mutterwitz wurde dir ebenfalls mit in die Wiege gelegt. Man musste dich ganz einfach lieb haben und ins Herz schließen.

Als mein einziges Kind warst du mein ganzer Lebensinhalt und Lichtblick der Gegenwart und Zukunft.

In Kindergarten, Grundschule und auf dem Gymnasium gab es nie Probleme, außer, dass du anfänglich sehr viel krank warst (nahmst jede Grippe mit und fast jede Kinderkrankheit). Selbst im Teenageralter ließest du bezüglich Schule nichts anbrennen. Selbst als sich unsere Familienkonstellation ab dem Jahr 2005 änderte und du mit meinen Entscheidungen nicht immer einverstanden warst, behieltest du deinen geradlinigen Weg bei.

In deiner Freizeit begeisterten dich im Kindesalter Puzzles, wofür du unglaubliche Geduld hattest, und jegliche Art von Spielen – meistens Merk- und Quiz-Spiele. Später kam dann die ganze Bandbreite von Dame, Mühle, Backgammon, Monopoli, Rommè, Bridge, Skat ... dazu. Ein guter Verlierer warst du dabei nie, hast so manches Mal das Ganze abgebrochen und geschmollt. Aber nie lange, dann war wieder alles okay. Bowling bereitete dir ebenso Freude, wie Billard. Dort warst du ziemlich schwer zu schlagen. Natürlich spielten auch das Fernsehen und der Computer mit seinen ganzen Facetten eine große Rolle. Die Snooker-Meisterschaften verfolgtest du gespannt und diskutiertest vorrangig mit deinem Opa und deinem Freund Axel das laufende Spiel. Obwohl du recht bequem und auch ein wenig unsportlich warst, zog dich die Sächsische Schweiz magisch an. Ich weiß nicht, wie viele Male du mit deinen Großeltern dort Urlaub gemacht hast, aber du wolltest immer wieder dort hin.

Da dir die Schule/das Gymnasium ziemlich leicht fiel, unterstütztest du oft Schulkameraden und Schulkameradinnen, die es etwas schwerer hatten. Ich hörte im Nachhinein von vielen Seiten, dass du sehr oft zu Rate gezogen wurdest. Überhaupt warst du als ruhig, höflich und hilfsbereit bekannt. Ein leichter Anflug von trockenem Humor war dir dabei auch zu eigen.

Den trockenen und teilweise recht schwarzen Humor pflegten wir auch zu Hause. Wir hatten überhaupt eine derb-herzliche Art miteinander, die manch Außenstehenden den Mund offen stehen lassen hat. Aber wir wussten, was wir voneinander zu halten hatten und wo die Grenze des guten Geschmacks lag. Wir hatten auch keine bösartigen Auseinandersetzungen. Du und auch ich sind gar nicht die Typen dazu (gewesen). Bei uns ging es ruhig und sachlich zu. Du hast dann eher „gemauert“, wenn dir etwas nicht passte. Das tat mir mitunter mehr weh, als wenn du dich mal „gewehrt“ hättest.

Erik, ich denke, wir waren ein gutes Mutter-Sohn-Gespann. Ich habe größtenteils gemerkt, wie es um dich steht und war immer in übergroßer Sorge um dich. Sobald ich zu den üblichen Zeiten nichts von dir hörte, sprang ich sprichwörtlich im Dreieck. Umso irritierter bin ich, dass ich an diesem 24. August 2008 keine negativen Eingebungen hatte. Im Gegenteil, ich war froh, dass du mit Gleichaltrigen etwas unternehmen wolltest ...

Nun sitze ich hier vor deinem Laptop, der dein Heiligtum war, und schreibe über dich ...
Ich begreife nicht, wie du mir entrissen werden konntest. Wie das Schicksal so etwas zulassen kann! Es ist Grausamkeit in seiner perfektesten Form!

Noch am 21. August waren wir in Freiberg, die Unterkunft klar machen für dein Chemie-Studium, welches du im Oktober beginnen wolltest. Die Zusage von der Uni kam noch am 22. August – 2 Tage vor deinem Tod.


Lieber Erik,
du warst mein einziges Kind. Ich habe so manchen „Film“ um dich gedreht. Du warst immer mein Mittelpunkt und ich war in ständiger Sorge um dich (obwohl ich es nie gemusst hätte, da du beizeiten vernünftig und einsichtig warst). Heute bereue ich nichts. Wir haben 18 wunderbare Jahre und knapp 5 Monate zusammen verbringen dürfen, die wir intensiv genutzt haben und die ich um keinen Preis missen möchte. Ich bin froh, dich gehabt zu haben und um so verzweifelter, dich so zeitig gehen lassen zu müssen.
Meine tiefe und kompromisslose Liebe zu dir wird dich weiter begleiten, wo immer du auch bist. Der Tod kann uns nicht trennen. In meinen Gedanken und im Herzen bleibst du lebendig.

Ich hoffe, dass es dir gut geht, da, wo du jetzt bist. Deine Freunde Alexander und Marcel sind bei dir. Das ist ein klitzekleiner Trost. Ich hoffe auch, dass wir uns in dieser anderen Welt einst wiedersehen. Das wird wohl noch ein paar Jahre dauern, aber ich freue mich schon jetzt auf dich.

In Liebe – deine Mutti


Immer, wenn wir von dir erzählen,
fallen Sonnenstrahlen in unsere Seelen.
Unsere Herzen halten dich gefangen,
so, als wärst du nie gegangen.


*


Das einzig Wichtige im Leben sind Spuren von Liebe,
die wir hinterlassen,
wenn wir ungefragt weggehen und Abschied nehmen müssen.


(Albert Schweitzer)





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